BIM Softwareanwendungen und -Standards


Am 17.02.2022 fand der vierte Praxis-Talk des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen zum Thema „Softwareanwendungen und -Standards für die Übergänge von der Planung in die Bauausführung bis ins Facility Management – Welche Vorteile bringt BIM für KMU und welche Hürden müssen noch überwunden werden?“ zusammen mit dem Bundesverband Bausoftware (BVBS e.V.) und dem Deutschen Institut für Normung (DIN e.V.) statt.

Der Praxis-Talk startete am Donnerstag, den 17.02.2022 um 16:30 Uhr. 38 Teilnehmer und Teilnehmerinnen nahmen an der Veranstaltung, welche bis 18 Uhr ging, teil.

Ralf Golinski, der Organisator des Praxis-Talk und Team-Mitglied des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen eröffnete den vierten Praxis-Talk mit einer Vorstellung des Kompetenzzentrums sowie Einführung des Themas sowie Vorstellung der Referenten - Ines Prokop, Philip Albrecht und Gerald Faschingbauer.

Lagebeschreibung

Ines Prokop, die Geschäftsführerin des BVBS e.V., gab als erste Sprecherin des Nachmittags einen Impuls zur Lage und der Bedeutsamkeit der Digitalisierung für KMU. Sie bezog sich dabei auf die Studie Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021 der Telekom. Zum Abschluss Ihres Impulses bezog Sie sich auf das Potential zur Verbesserung von digitalen Prozessen, aber auch auf die Herausforderung – Wie können nicht optimale analoge Prozesse digitalisiert werden? Dies ist laut Ines Prokop einer der Hauptgründe, warum KMU zögerlich an das Thema „Digitalisierung“ herangehen.

Herausforderungen

Der Impuls von Philip Albrecht, dem Leiter Geschäftsfeldentwicklung Building Information Management beim DIN e.V., zeigte die Herausforderungen auf. Die Themen „Angst nehmen“ und „Kulturwandel“ fokussierte Albrecht in seinem Vortrag. KMU sollten mit kleinen Projekten anfangen und frühzeitig Ihre Mitarbeitenden abholen. BIM erfordere einen Kulturwandel im Unternehmen – Und diese Herausforderung sei nicht zu unterschätzen.

Unterstützung bietet das DIN mit der DIN BIM Cloud. Dabei handelt es sich um ein neutrales übergeordnetes Tool, eine Online-Bibliothek, mit einer Vielzahl von Attributen und Merkmalen, welche nach dem Standardleistungsbuch (STLB) angelegt wurden. Ganz im Sinne des Open BIM Ansatzes. Beim Umbau der DIN-Zentrale in Berlin war die BIM-Cloud bereits zum Einsatz gekommen.

Die Attribute und Merkmale besitzen neben den technischen Eigenschaften weitere Informationen, beispielsweise nach welchem Standard bzw. nach welcher Norm diese erstellt wurden.

Die hinterlegten Anwendungsfälle in der DIN BIM Cloud sind laut Albrecht sehr vielfältig, wiesen aber noch Lücken gerade im Bereich Gebäudebetrieb bzw. Facility Management auf. Hier ist die Unterstützung aller gefragt. Jeder einzelne kann Anregungen einreichen und somit einen Beitrag leisten.

Ab in die Praxis

Der letzte Impuls am Nachmittag wurde von Gerald Faschingbauer, dem Geschäftsführer von Dr. Schiller & Partner GmbH – Dynamische BauDaten gehalten. Er begann mit der Erläuterung des Problems „Die unterschiedlichen Modelle mit ihren eigenen Sprachen“ und leitete zum Lösungsansatz mit Hilfe des STLB über. Die Nutzung des STLB biete Vorteile für das Planen und Bauen bis in den Betreib. Und die Nutzung der DIN BIM Cloud mit entsprechender Schnittstelle vereinfacht laut Faschingbauer die Erstellung von BIM-Modellen.

Die Nutzbarkeit der DIN BIM Cloud mit entsprechender Schnittstelle zum ausführenden Programm präsentierte Gerald Faschingbauer interaktiv in seinem Vortrag.

Anschließend ging es in die Diskussion über. Hier ging es um die verschiedenen Clouds und das Nutzer und Nutzerinnen oftmals so langsam nicht mehr wüssten wissen welche Cloud sie nutzen und mit Dateneinspeisung unterstützen sollten.

Der Moderator richtete am Ende der Veranstaltung dieselbe Frage an die drei Referenten mit der Bitte um spontane Antwort: „Warum sollte ich BIM nutzen?“. Ines Prokop antwortete, dass man aufgrund der Klimaschutzziele und im Sinne der Nachhaltigkeit nicht darum herumkommen werden KOMMA  wird BIM anzuwenden. Philip Albrecht teilt mit, dass BIM die Prozesse im Bausektor vereinfachen kann. Dies gelinge jedoch nur mit einem Kulturwandel. Zum Schluss teilte Gerald Faschingbauer mit, dass Unternehmen positiv überrascht sein würden, wenn man den Schritt wagt KOMMA BIM im Unternehmen einzuführen. Jedoch sollte man nicht erwarten, dass mit den drei Buchstaben alle Probleme auf einmal gelöst werden.

 

Die Präsentationen von Philip Albrecht und Gerald Faschingbauer finden Sie unter dem Beitrag zum Download.

 

Weiterführende Links:

Bundesverband Bausoftware (BVBS e.V.)

Deutschen Institut für Normung (DIN e.V.)

Telekom-Studie

Weitere Informationen zur Telekom-Studie

 

Die nächsten Praxis-Talks:

5. Praxis-Talk zu „Nachwuchs in der digitalen Bauwirtschaft“ am 17. März 2022

6. Praxis-Talk zu "BIM und Nachhaltigkeit" am 05.05.2022


24.02.2022