Start des neuen Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Planen und Bauen

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Mit einer großen Kick-Off-Veranstaltung am Standort Holzkirchen des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP startete das neue Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen. Mittelständische und kleine Unternehmen der vielfältigen Bau- und Immobilienwirtschaft erhalten praxisgerechte Unterstützung, um den digitalen Wandel aktiv anzugehen und ihn für ihre Geschäftsmodelle erfolgreich zu nutzen.

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen wird getragen von einem Konsortium aus fünf Haupt-Partnern: das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP in Holzkirchen, das Institut für Mittelstandsforschung Mannheim, die Jade Hochschule Oldenburg, das Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automation IFF Magdeburg sowie das eBusiness Kompetenzzentrum für Planen und Bauen in Kaiserslautern. Weiter starke Partner ergänzen das Konsortium, das somit alle Themenbereiche der gesamten Wertschöpfungskette Bau abdeckt. Zugleich sichern alle Partner eine flächendeckende regionale Vertretung, damit der Mittelständler, der Handwerker und ebenso der Freiberufler aus der Bau- und Immobilienwirtschaft Ansprechpartner in seiner Nähe findet. Das neue Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen ist Teil von Mittelstand-Digital und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Das neue Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen wird anschaulich und praxisgerecht aufzeigen, welche Möglichkeiten besonders für mittelständische Unternehmen digitale Methoden und Werkzeuge bieten. Alle Bereiche des Bauens werden dabei berücksichtigt: die Projektentwicklung, das Planen, die Bauausführung und das Handwerk sowie das Betreiben und auch der Rückbau und das Recycling. Durch Workshops, Konferenzen, vor allem aber durch konkrete Anschauungs- und Erprobungsbeispiele sollen kleine und mittelständische Unternehmen erfahren, wie bereits verfügbare und einsetzbare digitale Werkzeuge und ihre Anwendungen für ihren Betrieb und ihre Leistungen genutzt werden können. 

So wird beispielsweise der Nutzen von Virtual und Augmented Reality Techniken für die Ausbildung von Baumaschinen-Bedienern gezeigt oder für Planer und Architekten die Möglickeiten von Building Information Modelling. Die große Gruppe der Handwerker wird auf vielfältige und machbare Beispiele für ihre Leistungen stoßen. Auch Themen wie Online-Marketing oder rechtliche Fragen, die mit der Digitalisierung aufkommen, werden verständlich und nachvollziehbar aufbereitet. 

Zum Start des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Planen und Bauen sagte der Leiter der Abteilung Digital- und Innovationspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Stefan Schnorr: „Digitalisierung wird von vielen Mittelständlern noch nicht als Pflichtaufgabe angesehen. Ein ‚Weiter wie bisher‘ wird aber zunehmend gefährlich. Deshalb unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium kleine und mittlere Unternehmen tatkräftig bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse und Produktionsmodelle. Gerade die Bau- und Immobilienwirtschaft mit ihrer eher kleinteiligen Struktur hat hier besondere Herausforderungen zu meistern.“

Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts, sagte in seiner Keynote-Rede zum Start des neuen Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Planen und Bauen, Digitalisierung sei keine Frage der Technik, „sondern des Mindsets.“ Er sieht gerade für das deutsche Handwerk enorme Chancen durch Digitalisierung: „Im Handwerk gibt es einen Überschuss an Potential, wenn es darum geht, Roboter und Codes in den täglichen Ablauf zu integrieren. Der Großteil des Potentials ist noch nicht gehoben.“

Thomas Kirmayr vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, das als Konsortialführer das neue Kompetenzzentrum Planen und Bauen leitet, sieht die Bau- und Immobilienwirtschaft vor einem fundamentalen Wandel durch die Digitalisierung. Die Kleinteiligkeit der deutschen Bauwirtschaft könne jedoch vorteilhaft sein, wenn es gelinge, die kleine und mittelständisch geprägte heimische Bauwirtschaft besser zu vernetzen. Solche netzwerkartigen Gebilde können im Zeitalter der Digitalisierung agiler handeln als große Unternehmen, sagte Thomas Kirmayr.


23.03.18