Kompetenzorientierte Kooperationen lösen klassische Hierarchien ab

© Frank Steffens

Interview mit Frank Steffens, dem Geschäftsführer der Brüninghoff GmbH & CO.KG aus Heiden, zu der Entwicklung des Unternehmens durch die Digitalisierung der Geschäftsprozesse und die Auswirkungen auf die Baubranche. Er ist überzeugt, dass das Denken in Lebenszyklen von Bauwerken zum wirtschaftlichen Erfolg führt.

Hat sich durch die Einführung von Building Information Modeling (BIM) etwas an Ihrem Planungs- und Bauprozess geändert?

Bei Brüninghoff sprechen wir nicht nur von BIM, sondern von einem einheitlichen Verständnis für die Digitalisierung entlang der Bauwertschöpfungskette und den damit zusammenhängenden Prozessen. Jedes Projekt ist individuell und erfordert seine eigene Informationsstrategie, daher haben wir für jedes dieser Projekte eine zugeschnittene Lösung zur Umsetzung. 

Die Umstellung der Arbeitsprozesse durch die Digitalisierung und den Informationsfluss im Projekt ist komplex, wie gelingt Ihnen die Umsetzung?

Durch die Haltung bzw. die Philosophie. Denken in Lebenszyklen führt zum wirtschaftlichen Erfolg. Dazu ist es zwingend erforderlich, dass man in kompetenzorientierten Kooperationen zusammenarbeitet, um klassische Planungs- und Projekthierarchien abzulösen. Eine einheitliche Kommunikationsplattform schafft Vertrauen durch einen hohen Grad an Transparenz. Von der Entwicklung bis zur Übergabe an den Betreiber schaffen Gebäudemodelle eine dreidimensionale und objektorientierte Arbeitsweise in der Projektrealisierung.

In einem Workshop haben Sie 20 Professoren die Frage gestellt, welche Auswirkungen BIM auf die Baubranche und deren Berufe hat und ob diese an den Hochschulen praxisgerecht berücksichtig werden. Was war das Resultat des Workshops?

Eine Aussage des Workshops war, dass die Hochschulen sich bemühen auf die steigenden Anforderungen der Ausbildung einzugehen, es aber bisher kein einheitliches Vorgehen für diesen Wissenstransfer gibt. Insgesamt mangelt es an den Hochschulen an interdisziplinärem und digitalem Verständnis für den gesamten Bauprozess. Darüber hinaus sind die Studienzeiten zu kurz, um gleichzeitig fachliches und integrales Know-How zu vermitteln.


21.08.2018