BIM im Tiefbau erfolgreich umsetzen


Wie sich digitale Techniken und innovative Prozesse um Building Information Modeling (BIM) auch erfolgreich in der Tiefbaubranche durchsetzen können, zeigten vier Infrastrukturexperten anhand eindrucksvoller Fallbeispiele rund 30 Teilnehmern aus mittelständischen Unternehmen. Die Veranstaltung in Mannheim wurde gemeinsam vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen, dem GeoNet.MRN e.V., dem Arbeitskreis "BIM im Tiefbau" und der IHK Rhein-Neckar getragen.

Maximilian Bade und Armin Bernt von der OBERMEYER Planen + Beraten GmbH verdeutlichten in ihrem Vortrag, wie BIM-Pilotprojekte in der Rhein-Neckar Region erfolgreich auf die Baustelle gebracht werden können. Das Potenzial der BIM-Anwendung in der Planung von Stadtbahnanlagen erschloss sich für das mittelständische Unternehmen im Endeffekt durch die optimierte Planungsqualität, einen vereinfachten Bürgerbeteiligungsprozess und die effektivere Gesamtkoordination des Planungsprojektes. Es zeigte sich, dass eine Erprobung in Pilotprojekten wichtig war, um alle am Planungsprozess beteiligten Akteure bestmöglich auf die geänderte Methodik und die damit verbundenen Prozessveränderungen vorzubereiten.

Darauf aufbauend veranschaulichte Tobias Hesse von der MTS Maschinentechnik Schrode AG, welche Prozessveränderungen sowohl betriebsintern als auch in der Zusammenarbeit durch die BIM-Methodik angestoßen werden. Hierbei zeigten seine Erfahrungswerte, dass es insbesondere für mittelständische Unternehmen in der Tiefbaubranche wichtig sei, Veränderung offen anzugehen und eine interne Auseinandersetzung mit der BIM-Methodik voranzutreiben. Um auch in der BIM-basierten Zusammenarbeit im kommunalen Verkehrswege- und Tiefbau ein hohes Maß an Transparenz auf der Baustelle sicherzustellen, erachtet Tobias Hesse unter anderem die Aufsetzung besonderer Vertragsbedingungen (BVB) als elementaren Baustein. Im Bereich des digitalen Bauens sei die Erstellung der BVB unabdingbar, um insbesondere Fragen zur BIM-Koordination, der gemeinsamen Datenumgebung, der Haftung sowie der Datensicherheit vorab zu klären.

Entscheidend für eine erfolgreiche BIM-Projektumsetzung sei aber auch die Art und Weise der Zusammenarbeit – so Markus Becker von der BERTHOLD BECKER Büro für Ingenieur- und Tiefbau GmbH. Grundvoraussetzung sei zunächst die Bereitschaft, die Prozesse neu und vor allem digital zu denken. Fehler seien dann in dem BIM-induziertem Veränderungsprozess erstmal als Arbeitsbeweis zu werten. Vielmehr seien Vertrauen und die damit verbundene Schnittstelle Mensch in der BIM-Projektzusammenarbeit entscheidend, um effektiv an gemeinsamen Zielen zu arbeiten.


03.02.2020