Was unterschiedliche Fachmodelle zu einem BIM-Projekt beitragen


Bei einem BIM-Projekt entsteht der digitale Zwilling eines Bauwerks aus einer Vielzahl von Fachmodellen. Was die einzelnen Modelle leisten und welche Informationen sie in welchem Umfang enthalten, erklärt die "Handreichung BIM-Fachmodelle und Ausarbeitungsgrad" in der Infothek des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Planen und Bauen.


Die Digitalisierung von Arbeits- und Planungsprozessen ist in der Bauwirtschaft ein großes Thema. Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen unterstützt Sie dabei. In unserer Infothek haben wir für Sie Leitfäden und Handreichungen zu vielen Aspekten der Digitalisierung in der Bauwirtschaft aufgeführt. Wir stellen Ihnen in einer kleinen Artikelserie einzelne Publikationen detailliert vor.


Teil 4: BIM-Fachmodelle und ihr Ausarbeitungsgrad

In einem mit Building Information Modeling (BIM) umgesetzten Bauvorhaben, arbeiten Statiker und Heizungshandwerker, Architekt und Stahlbauer an ihren eigenen Fachmodellen. Erst wenn diese in einem Koordinationsmodell zusammengeführt werden, entsteht der eine digitale Zwilling des Bauwerks. Damit dieser seine Aufgabe erfüllen kann, müssen die Fachmodelle alle Informationen enthalten, die der Bauherr in den Auftraggeber-Informationsanforderungen verlangt.

Sowohl der Auftraggeber wie die beteiligten Bauunternehmen, Planer, Handwerker und Dienstleister müssen daher wissen, welche Informationen welches Fachmodell in welcher Detailtiefe enthält und in welcher Planungs- und Ausführungsphase es gebraucht wird. Die „Handreichung BIM-Fachmodelle und Ausarbeitungsgrad“ erklärt von A wie „Ausstattungsmodell“ bis V wie „Verkehrsmodell“ anhand zahlreicher Illustrationen, welchen Informationsgehalt einzelne Modelle haben und wozu sie eingesetzt werden. Sie geht auch auf die besondere Bedeutung von “wie gebaut-Modellen”, Bauablauf- sowie Mengen- und Kostenmodellen ein. Diese werden um die Dimensionen „Zeit“ und „Kosten“ zu vier- und fünfdimensionalen Modellen erweitert.

Eine Frage des LOD - Der Ausarbeitungsgrad von BIM-Modellen

Der Leitfaden erklärt außerdem, weshalb nur der Level of Detail (LOD) den Ausarbeitungsgrad eines Modells wirklich beschreibt. Er setzt sich aus dem geometrischen Ausarbeitungsgrad – Level of Geometry (LOG) – sowie dem Level of Information (LOI)  zusammen, der den Umfang der in Textform in ein Modell eingegebenen Informationen beschreibt. Anhand einer Tabelle veranschaulicht die Handreichung, welche Details Planer und Bauherrn von einem Modell erwarten können, dessen Ausarbeitungsgrad einem LOD von 100 entspricht und wie der Informationsgehalt bis zum LOD 500 immer größer wird.

Wie bereits bestehende Gebäude digital erfasst und als Modell dargestellt werden, beschreibt der ebenfalls in der Infothek des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Planen und Bauen verfügbare Technische Bericht „Digitalisierung im Bestandsbau“. Wie sich aus Modellen die für ein Bauvorhaben benötigten Mengen an Baustoffen errechnen lassen, stellt die Handreichung „Digitale Mengenermittlung und Bauabrechnung“ dar.


05.05.2020

Themen