Bau bleibt auch in der Corona-Krise vergleichsweise stabil

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Die deutsche Bauwirtschaft bleibt, verglichen mit anderen Sektoren, auch in der Corona-Krise ein stabiler und robuster Pfeiler für die deutsche Volkswirtschaft. Der Umsatz (+ 2,4 Prozent) und die Beschäftigung (+ 1,0 Prozent) wuchsen auch im April, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Für das erste Quartal des Jahres ergab sich ein Umsatzwachstum von 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, die Beschäftigung stieg um 1,9 Prozent. Die Krise zeigt sich bislang in eher moderaten Auswirkungen, in der Branche werden jedoch erste Sorgen laut.

So verharrten im Juni die Auftragsbestände sowie die Auslastung des Maschinenparks in der Baubranche auf dem Niveau des Vormonats. Zu diesem Ergebnis kam im vergangenen Monat die alle vier Wochen durchgeführte Konjunkturumfrage des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB). Die im vergangenen Jahren zu beobachtende Hochkonjunktur im Baubereich hat sich damit – offenkundig krisenbedingt – abgekühlt. „Wie schon im Vormonat sehen wir weiterhin auch noch im Juni die bestehenden Auswirkungen der Corona-Pandemie”, fasst ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa die Ergebnisse der Umfrage zusammen.

Das zeige sich auch an der Entwicklung der Auftragsbestände. Diese hielten sich im Juni mit einer Reichweite von 3,6 Monaten ebenfalls auf dem Niveau des Vormonats. Im Tiefbau legten sie leicht von 2,3 auf 2,5 Monate zu. Zufrieden ist die Branche damit nicht. Mehrheitlich beschreiben die Befragten ihre Auftragslage als „ausreichend“ – das ist eine schlechtere Einschätzung als zuvor und belegt, dass die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung auch zu Sorgen in der Bauwirtschaft führt. Im Wirtschafts- und öffentlichen Bau beurteilen sie die Lage sogar noch schlechter. “Sollte sich der derzeitige Trend verfestigen, wird die Baubranche zum Jahresende deutlich schlechter abschließen als noch in 2019“, sagt ZDB-Chef Pakleppa.


17.07.2020