Großes Interesse am virtuellen BIM-Herbstmeeting

(c) Jade Hochschule

Über 100 Teilnehmer nahmen das Angebot vom virtuellen BIM-Herbstmeeting zum Thema "Digital kollaborieren - Chancen nutzen" wahr. Sie informierten sich bei den Referenten zu erfolgreichen BIM-Prozessen und ihren Erfahrungen zur digitalen Zusammenarbeit.

Wie die digitale Kollaboration zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber gelingen kann, referierten Axel Bürkner (BIM2B Ingenieursgesellschaft), Carsten Frank (Stadtentwässerung Hildesheim, kurz SEHi) und Malko Bischke (Niedersachsen Wasser) in ihrem gemeinsamen Impulsvortrag. BIM2B beriet beide öffentlichen Versorger beim BIM-Prozess und war als Fachplaner für die Anlagenplanung verantwortlich.

Im ersten Umsetzungsprojekt, das für die Stadtentwässerung Hildesheim, kurz SEHi, umgesetzt wurde, ging es neben der BIM-Implementierung und der digitalen Kollaboration mit dem Auftraggeber auch um die BIM-basierten Planungsleistungen. Die Referenten stellten zunächst ihren Arbeitsprozess dar: Es wurde die Auswahl der Common Data Environment, kurz CDE, beschrieben, die notwendigen Abstimmungen zur Kollaboration mit den Planungs- und Baubeteiligten geschildert und der Zeitenplan in Form einer Roadmap dargstellt. Eindrücklich beschrieb Carsten Frank die auftraggeberseitigen Unternehmensschritte, die es bedurfte, um mit BIM zu starten und welche Erfolge sie durch die digitale und transparente Arbeitsweise erzielten. Im gemeinsamen Pilotprojekt einer Klärgasaufbereitung wurde der Mehrwert der BIM-Methode eindrücklich und sehr praxisnah dargestellt.

Im zweiten Umsetzungsprojekt ging es um die Bestandserfassung eines Wasserwerks auf der Insel Langeoog. Besonderheit war hier, dass erstmals geologische Informationen in ein BIM-Modell integriert wurden. Dazu wurde neben der Anlage auch der Untergrund modelliert. Malko Biscke von Niedersachsen stellte dazu zunächst die geologische Datenvielfalt dar, die es in Informationsmodellen zu berücksichtigen gilt, um ein konsistentes 3D-Modell zu erhalten. Er wies darauf hin, dass BIM und GIS aufeinander aufbauen und sich Bauwerk und Geologie in unterschiedlichem Maß beeinflußen. Im gemeinsamen Umsetzungsprojekt wurde mit Hilfe der unternehmenseigenen IT zunächst nur ein Attribut in der modellbasierten Planung berücksichtigt, dies soll künftig ausgebaut werden. Ziel ist es durch digitale Kollaboration die Planungssynergien zu nutzen und Anreize zu schaffen, um Prozessabläufe zu optimieren.

Im Anschluss an den Impulsvortrag nutzen die rund 110 Teilnehmenden die Möglichkeit Fragen über den Chat zu stellen.

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen hat zeitgleich einen neuen Technischen Bericht zur digitalen Kollaboration in der Planung der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) veröffentlicht. Der Technische Bericht gibt Einblicke in die Praxis von Building Information Modeling (BIM) und stellt zentrale Punkte eines erfolgreichen BIM-Prozesses vor. Weitere Informationen finden Sie hier.


13.11.2020