Künstliche Intelligenz in Bauwesen und Handwerk

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Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) hat die Baubranche erreicht. Auch wenn vieles noch Zukunftsmusik ist, gibt es mittlerweile konkrete Einsatzbereiche für KI, Algorithmen, Virtual Reality & Co. Wir haben einige unserer Kooperationspartner nach den Einsatzpotenzialen dieser Technologie befragt.

Über KI wird viel geredet und geschrieben, aber wie sieht es in der Baupraxis mit dem Einsatz neuer Technologien aus? Wir haben einige unserer Kooperationspartner gefragt.

Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK)

Der ZVSHK verfolgt seit einiger Zeit Projekte mit dem Schwerpunkt Handwerk 4.0. Dazu gehören

  • Physische Systeme zur Unterstützung der Mitarbeiter bei körperlichen Arbeiten; z. B. Robotik, Exo-Skelette
  • Neue ergonomische Hard- und Softwarewerkzeuge im Bereich Augmented Reality (AR) & Virtual Reality (VR) sowie Methoden zur Entlastung der Mitarbeiter durch bedarfsgerechte Informationen, konkret über Wissensmanagementsysteme
  • Nutzung neuer Medien für Beratung und Marketing sowie erweiterte Konzepte der Co-Kreation und Co-Produktion, z.B. virtueller Showroom für die Kundenberatung
  • Neue Geschäftsmodelle, vor allem Smart Home, Ambient Assisted Living, zudem verstärkte Nutzung von Kunden- und Objektdaten, neue Wartungsmodelle oder Big Data

Fachvereinigung Krankenhaustechnik (FKT)

Von der FKT erfahren wir, dass KI in der Medizintechnik heute recht gebräuchlich ist. Andere Bereiche des Gesundheitswesens stehen noch am Anfang der Entwicklung. Begonnen wird derzeit etwa mit dem Einsatz von Reinigungsrobotern. Internet of Things (IoT) ist fast unbemerkt in die Krankenhäuser eingezogen.

Ein Mehrwert zeigt sich vor allem im konkreten Anwendungsfall, z.B. durch die Steigerung der Energieeffizienz oder durch einen effizienteren Einsatz der Servicetechniker dank Fernwartung. AR/VR haben unterschiedliche Ansätze, denn die AR bleibt in der echten Realität, während VR eine ganz neue Realität schafft. Mit diesen Themen beschäftigen sich derzeit wohl nur wenige Kollegen.

Verband Deutscher Vermessungsingenieure (VDV)

Beim VDV gibt es einen ersten Einsatz der automatischen Bodenarterkennung durch einen Beschleunigungssensor auf dem Anbauverdichter. Das hilft, die Qualitätskontrolle beim Verdichtungsvorgang zu automatisieren. Diese Art der Automatisierung braucht deutlich mehr Daten, damit die Algorithmen robuster arbeiten, was sehr aufwendig ist. Es kann sehr gut funktionieren, aber auch zu Fehlern führen, wobei die Ursache nicht immer erkennbar ist. Der KI-Einsatz ist also nicht serienreif, im Rahmen der Forschung jedoch abgeschlossen.

Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung (BTGA)

Die Mitgliedsfirmen des BTGA engagieren sich stark in einem Projekt, das „BIMeta“ heißt. Hierbei handelt es sich um einen durchgehenden Datentransfer über die Wertschöpfungskette des Bauwesens hinweg. Der BTGA produziert keine Produkte, sondern verbaut zugekaufte Komponenten zu ganzen Anlagen, weshalb das Thema KI nicht ganz oben auf der Tagesordnung steht.

Hingegen beginnt der Einsatz von AR oder VR, wenn die Datensätze durchgehend von der Planung über die Ausschreibung hinweg bis zur Baustelle lückenlos bereitgestellt werden können. Daran arbeitet der BTGA momentan. In ersten Pilotprojekten sind einzelne Firmen mit der Vorfertigung von Anlagenkomponenten auf Basis von BIM-Datensätzen für die Montage auf der Baustelle beschäftigt. Diese Piloten werden von den Unternehmen organisiert und finanziert.

Die ersten Schritte gehen

Wenn Sie Lust bekommen haben auf KI im eigenen Unternehmen, liefert das KI-Kochbuch der Initiative Mittelstand Digital in fünf Kapiteln auf 36 PDF-Seiten wertvolle „Rezepte“ für den Einsatz. Neben einer Einführung in die Künstliche Intelligenz werden u.a. die Themen Automatisierung und Big Data behandelt. Zudem zeigen Praxisbeispiele, wie der Einsatz von KI im Unternehmen gelingen kann.

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen bietet zudem eine KI-Sprechstunde an. Nehmen Sie gern Kontakt auf.


21.05.2021