Pilotprojekt des Bundes - BIM im Tiefbau - Autobahnunterführung

Anwendung von BIM beim Ersatzneubau einer Unterführung der Autobahn A99: Das Pilotprojekt beinhaltet den Abbruch und den Ersatzneubau des Unterführungsbauwerks 27/1, welches im Zuge des 8-streifigen Ausbaus der A 99 zwischen dem AK München-Nord und der AS Aschheim / Ismaning in den Jahren 2018 / 2019 umgesetzt werden soll.

  • Bauwerkstyp: Brücke
  • Leistungsphasen: HOAI LPH 1-6, 8 & 9
  • BIM-Anwendungsfälle:
    • AwF 1 – Bestandserfassung
    • AwF 2 – Planungsvariantenuntersuchung
    • AwF 7 – Erstellung von Entwurfs- und Genehmigungsplänen
    • AwF 9 – Planungsfreigabe
    • AwF 10 – Kostenschätzung und Kostenberechnung
    • AwF 11 – Leistungsverzeichnis, Ausschreibung, Vergabe
    • AwF 12 – Terminplanung der Ausführung
    • AwF 14 – Erstellung von Ausführungsplänen, Werkstatt- und Montagepläne
  • darüber hinaus geplante BIM-Anwendungsfälle:
    • AwF 15 – Baufortschrittskontrolle
    • AwF 16 – Änderungsmanagement
    • AwF 17 – Abrechnung von Bauleistungen
    • AwF 18 – Mängelmanagement
    • AwF 19 – Bauwerksdokumentation
    • AwF 20 – Nutzung für Betrieb und Erhaltung
    • Zustandserfassung
  • Typ: Pilotprojekt
  • Bauherr: Autobahndirektion Südbayern

Im Zuge des 8-streifigen Ausbaus der A 99 nordöstlich von München waren mehrere Brückenbauwerke zu erneuern. Dazu gehört das Bauwerk 27/1, das die S-Bahnlinie S 8 der Deutschen Bahn überbrückt. Im Zuge des einfeldrigen Ersatzneubaus wird die lichte Weite der Brücke von 10,00 m auf 12,50 m erhöht. Die minimale lichte Höhe beträgt 6,53 m. Das Bauvorhaben dient als Pilotvorhaben zur Umsetzung der Methodik des Building Information Modeling . Es werden fast alle Leistungsphasen der HOAI BIM-gestützt ausgeführt. Der Ersatzneubau wurde 2019 entwickelt.

Beim Pilotprojekt waren vor allem folgende Punkte wichtig:

  • Planung soll von Beginn an über alle Leistungsphasen mit der BIM-Methode erfolgen.
  • Auch die Betriebs- und Erhaltungsphase werden in das Projekt miteinbezogen.
  • Die 2D-Planableitung soll ausschließlich aus den Modellen erfolgen. Zeitgleich wird keine parallele konventionelle 2D-Planung durchgeführt.
  • Besonderes Augenmerk wird auf den Datenaustausch und die Verwendung von Schnittstellen gelegt. Deren aktuelle Funktionstüchtigkeit für den Ingenieurbau wird dabei getestet.
  • Die Datenübergabe beim Übergang in die jeweils nächste Leistungsphase erfolgt über herstellerneutrale standardisierte Formate. Daher werden die Entwurfs- und die Ausführungsmodelle von unterschiedlichen Ingenieurbüros mit differierender Software erstellt.
  • Die Anwendung von kostenfreien und kostenpflichtigen Viewern wird getestet. Die Modelle werden sowohl visuell als auch teilautomatisiert überprüft.
  • Für die Leistungsphasen Entwurfsplanung, Ausführungsplanung und Baudurchführung wurden Auftraggeber-Informations-Anforderungen (AIA) erstellt, die wiederum als Grundlage für die Erstellung der BIM-Ablaufpläne (BAP) dienen.
  • Eine Verknüpfung des 3D-Modells mit dem Bauablauf und den Baukosten ist angedacht (4D- und 5D-Modelle).

Beteiligte Organisationen

Adresse