Pilotprojekt des Bundes: BIM im Tiefbau - Autobahnunterführung

Das Pilotprojekt beinhaltet den Abbruch und den Ersatzneubau des Unterführungsbauwerks 27/1, welches im Zuge des 8-streifigen Ausbaus der A 99 zwischen dem AK München-Nord und der AS Aschheim / Ismaning in den Jahren 2018 / 2019 umgesetzt werden soll.

Im Zuge des 8-streifigen Ausbaus der A 99 nordöstlich von München waren mehrere Brückenbauwerke zu erneuern. Dazu gehört das Bauwerk 27/1, das die S-Bahnlinie S 8 der Deutschen Bahn überbrückt. Im Zuge des einfeldrigen Ersatzneubaus wird die lichte Weite der Brücke von 10,00 m auf 12,50 m erhöht. Die minimale lichte Höhe beträgt 6,53 m. Das Bauvorhaben dient als Pilotvorhaben zur Umsetzung der Methodik des Building Information Modeling . Es werden fast alle Leistungsphasen der HOAI BIM-gestützt ausgeführt. Der Ersatzneubau wurde 2019 entwickelt.

Zielsetzung

Beim Pilotprojekt sollte die Planung von Beginn an über alle Leistungsphasen mit der BIM-Methode erfolgen. Auch die Betriebs- und Erhaltungsphase werden in das Projekt miteinbezogen. Die 2D-Planableitung sollte ausschließlich aus den Modellen erfolgen. Zeitgleich wurde keine parallele konventionelle 2D-Planung durchgeführt.

Vorgehen

Besonderes Augenmerk wird auf den Datenaustausch und die Verwendung von Schnittstellen gelegt. Deren aktuelle Funktionstüchtigkeit für den Ingenieurbau wird dabei getestet. Die Datenübergabe beim Übergang in die jeweils nächste Leistungsphase erfolgt über herstellerneutrale standardisierte Formate. Daher werden die Entwurfs- und die Ausführungsmodelle von unterschiedlichen Ingenieurbüros mit differierender Software erstellt. Die Anwendung von kostenfreien und kostenpflichtigen Viewern wird getestet. Die Modelle werden sowohl visuell als auch teilautomatisiert überprüft. Für die Leistungsphasen Entwurfsplanung, Ausführungsplanung und Baudurchführung wurden Auftraggeber-Informations-Anforderungen (AIA) erstellt, die wiederum als Grundlage für die Erstellung der BIM-Ablaufpläne (BAP) dienen. Eine Verknüpfung des 3D-Modells mit dem Bauablauf und den Baukosten ist angedacht (4D- und 5D-Modelle).

Zwar stand die Brücke im Fokus des Entwurfs, dennoch wurden im Modell auch Straßen- sowie Eisenbahnobjekte modelliert. Die Brückenelemente wurden während der Begleitung des IFC Bridge Projekts erfolgreich in die neue Struktur integriert. 

Fazit

Es wurde gezeigt, dass domänenübergreifende Modelle dank des neuen IFC-Road Standards semantisch hochwertig abgebildet werden können. Die Platzhalterobjekte vom Typ IfcBuildingElementProxy konnten fast vollständig durch semantisch höherwertige Objekte ersetzt werden. Eine Schlüsselrolle sind die PredefinedTypes, die mit dem neuen Standard für vorhandenen Entitäten verfügbar sind. 

Durch die Bearbeitung des Modellprojekts A99 konnten die gewonnenen Erkenntnisse in weiteren Projekten verfeinert sowie ausgebaut, u. a. bei der Modularisierung der Workflows, der Implementierung von Kontrollprozessen und bei Datenstrukturstandards.

Verweise ins Internet

Adresse des Praxisprojekts

Ansprechpartner

Tania Ost
  • Geneststraße 5 / Aufgang A
  • 10829 Berlin