Pilotprojekt des Bundes: BIM im Tiefbau - Schleuse Wedtlenstedt

Der Stichkanal nach Salzgitter sowie die beiden Schleusenanlagen werden im Pilotprojekt der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) für die moderne Güterschifffahrt ausgebaut. Infolgedessen werden die geplanten Westschleusen in einer fugenlosen Stahlbeton-Bauweise errichtet. Dabei sollen Standardbauweisen zum Zuge kommen, jedoch die Methode BIM parallel zur herkömmlichen Projektabwicklung angewendet werden.

Der Stichkanal nach Salzgitter (SKS) zweigt westlich von Braunschweig bei MLK-km 213,530 aus dem Mittellandkanal (MLK) in südlicher Richtung ab und endet nach ca. 18 km im Hafen Salzgitter. Im SKS überwinden die baugleichen Schleusen Wedtlenstedt und Üfingen einen Wasserstandsunterschied von 9,30 m bzw. von 9,00 m zwischen dem Mittellandkanal (NN + 65,00 m) und dem Hafen Salzgitter (NN + 83,30 m). Der Stichkanal und die Schleusen wurden in den Jahren 1938 bis 1940 gebaut. Bei den Schleusen handelt es sich um Zweikammerschleusen ohne Sparbecken mit einem Achsabstand von 50,00 m.

Die Westschleusen sollen in einer fugenlosen Stahlbeton-Bauweise errichtet werden. Die Befüllung und Entleerung der Schleusenkammern geschieht über die Tore in den Häuptern. 

Zielsetzung

Ganz klar im Vordergrund des Pilotprojekts steht die Erprobung der BIM-Methode. Dabei werden die Grundlagen für die Einführung dieser Planungsmethode bei der WSV
erarbeitet und erprobt, um eine BIM-Kompetenz für die WSV aufzubauen. Es gilt, einheitliche Grundlagen zu entwickeln, wie HOAI-konforme Vertragsbausteine, BIM-spezifische Musterdokumente und eine Modellierungsrichtlinie. Weiterhin werden Prozesse erprobt und definiert, Software getestet und eine gemeinsame IT-Infrakstruktur und Datenumgebung (Common Data Environment, CDE) eingerichtet. Zudem soll die Weiterentwicklung von IFC-Standards für den Wasserbau vorangetrieben werden. Schließlich stehen das Erarbeiten von Bauteilbibliotheken und Austauschstandards im Fokus. Auch eine Mitarbeit in nationalen und internationalen Normungsgremien wird angestrebt.

Mit dem Pilotprojekt verspricht sich die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes einen reduzierten Aufwand beim Änderungsmanagement, erhöhte Kostentransparenz in allen Projektphasen, die Verbesserung der Terminsicherheit und eine frühe Einbindung der Betreiber.

Derzeitiger Stand und Vorgaben

Die Strecke des SKS wird ausgebaut, die Schleuse Wedtlenstedt durch ein neues Bauwerke ersetzt. Der Baubeginn soll 2021 starten. Die Bauzeit soll insgesamt acht Jahre dauern. Dabei sollen Standardbauweisen angewendet werden. Die Methode BIM wird parallel zur herkömmlichen Projektabwicklung angewandt, wobei möglichst keine großen Schritte weg von der WSV-IT-Landschaft (Microstation, DVtU, iTWO) getan werden sollen. Auf Basis der standardisierten Objekte sollen die Bauteilbibliotheken für Wasserbauobjekte erzeugt werden.

Die Schleuse wird in Massivbauweise ausgeführt und erhält als Obertor ein Drucksegmenttor und als Untertor ein Stemmtor. Das Teilprojekt Schleuse liefert über die Anwendung von BIM*Q einen Bauteilkatalog, sowie LoD-Ausprägungen.

 

 

 

 

Ansprechpartner

Tania Ost
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