Pilotprojekt des Bundes: BIM im Tiefbau - Brücke und Tunnel

DB Netz AG

Die Fehmarnsundbrücke ist eines von 13 Pilotprojekten. Im Ergebnis der Nachrechnung der Fehmarnsundbrücke für die ab 2025 prognostizierten Verkehrsmengen wurde festgestellt, dass die bestehende Brücke den künftigen Belastungen nicht Stand hält und deshalb verstärkt oder ersetzt werden muss.

Die Deutsche Bahn als größter Infrastrukturbetreiber in Europa treibt das digitale Bauen voran, weil damit die Qualität steigt, Kosten und Termine besser beherrscht und am Ende der Aufwand für Planen, Bauen, Betrieb und Instandhaltung gesenkt werden. Die Methode BIM baut auf Transparenz, Vertrauen, Offenheit und Kooperation aller Projektpartner – von der Projektidee bis zur Inbetriebnahme und darüber hinaus. Das macht das Projekt für den Bürger verständlicher, bevor der Bagger am Gartenzaun steht und zeigt dem Projektleiter Risiken für Kosten und Termine, bevor sie entstehen.

Zielsetzung

Die DB Netz AG hat ihrerseits projektspezifische Ziele für das BIM-Pilotprojekt Fehmarnsundquerung ausgewiesen. Danach soll nach der Prämisse erst digital, dann real bauen verfahren werden. Ein Projektsteuerungssystem für die Ausführungsphase soll aufgebaut werden, es wird zudem eine partnerschaftliche Projektabwicklung angestrebt, d.h. verbesserte Kommunikation und Vernetzung aller Projektbeteiligten. Erreicht werden soll auch eine Steigerung der Effizienz in den Planungs- und Projektmanagementprozessen.  Zudem sollen Erfahrungen mit BIM dahingehend gesammelt und bewertet werden, welche BIM-Anwendungsfälle sich für den Regelprozess eignen.

Vorgehen im Projekt

Mit BIM wurden Planungsvarianten einer neuen Sundquerung für den Neubau verglichen. Eine Menge Details mussten beachtet werden. Woher kommen welche Daten? Wer pflegt die Informationen? Am Ende sind die Planungsvarianten nicht nur als virtuelle Bauwerke zu erleben. Wie wurde gebaut, was hat es kostet, wie lange hat es gedauert? Dies war bereits im Detail erkennbar. Eine gute Grundlage für die Entscheidung, welche Variante schließlich gebaut werden soll.

Diese vier Konzepte wurden in der Variantenüberprüfung verglichen und die Vorplanungen durchgeführt:
1. Neubau kombinierte Brücke
2. Neubau zwei separater Brücken
3. Neubau kombinierter Absenktunnel
4. Neubau Bohrtunnel

Nun wurde eine optimale Lösung für die neue Querung am Fehmarnsund gefunden. Bundesverkehrsministerium, Land Schleswig-Holstein und Deutsche Bahn haben sämtliche Varianten verglichen und sich für einen Absenktunnel für Straße und Schiene entschieden. Für Fußgänger, Radfahrer und langsamen Straßenverkehr bleibt die Fehmarnsundbrücke erhalten.

Der neue 1,7 km lange Absenktunnel soll vier Fahrstreifen für die Straße sowie zwei Gleise für die Eisenbahn aufnehmen und rechtzeitig zur Inbetriebnahme der Festen Fehmarnbeltquerung fertiggestellt sein. Die Baukosten für den Absenktunnel belaufen sich auf 714 Millionen Euro. Darin enthalten sind sowohl die Anteile von Schiene als auch Straße. Die Inbetriebnahme ist für 2028 zusammen mit dem dänischen Tunnel geplant.

Fazit der Pilotierung

Aus der Pilotierung lassen sich deutliche Vorteile der Methode BIM gegenüber der herkömmlichen Planung erkennen. Erreicht wurden die Anforderungen, die der Bund an die Auftraggeber zum Erreichen des Zielniveaus 2020 im Stufenplan stellt. Durch den Einsatz der gemeinsam genutzten Datenplattform konnte die Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten verbessert werden. Dadurch war die Komplexität der Projekte beherrschbar. Das Einführen und Nachhalten digitaler Workflows und Freigabeprozesse auf der CDE führte bei der Zusammenarbeit in den Pilotprojekten zu Verbesserungen.

Auch die Nutzung und kontinuierliche Pflege der Bestands­modelle lieferte eine deutlich bessere und belastbarere Planungsgrundlage als in herkömmlichen Projekten. Für die Kommunikation im Projekt und die Beteiligung von Stakeholdern kamen Visualisierungen in Form hochauflösender Renderings, Filmsequenzen oder ganzer Modellen zum Einsatz. Beteiligte und Betroffene bekamen ein realistisches Bild der Planung. Die breite Anwendung von BIM in der Planungsphase von Eisenbahninfrastrukturprojekten im Piloten und die guten Ergebnisse zeigen, dass BIM in der Planungsphase die herkömmliche Arbeitsweise ersetzen kann. Die Modellgestützte Prüfung und ­Koordination führt zu mehr Planungsqualität, fördert die Kollaboration und steigert den Effizienzgewinn.

Beteiligte Organisationen

Ansprechpartner

Tania Ost
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