Pilotprojekt des Bundes - BIM im Tiefbau - Brücke

Pilotprojekt des Bundes - Anwendung von BIM im Tiefbau - Filstalbrücke zwischen Boßler- und Steinbühltunnel: Die Filstalbrücke ist eine Eisenbahnüberführung über das Filstal und wird als Teil der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Wendlingen-Ulm errichtet. Das Bauwerk besteht aus zwei einspurigen Brücken mit einer Länge von 485 m und 472 m. Die Brücken besitzen eine maximale Höhe von 85 m und eine maximal Spannweite von 150 m. Die Brücken befinden sich direkt zwischen den Portalen der beiden Tunnelröhren des Albaufstiegs. Derzeit befindet sich das Projekt in der Ausführungsphase. Die beiden größten Pfeiler der Brücken wurden als Y-Pfeiler konstruiert, um die Gesamtzahl der Pfeiler zu reduzieren und eine Einpassung in die Landschaft zu ermöglichen.

  • Bauwerkstyp: Brücke
  • Baumaßnahme: Neubau
  • Leistungsphasen: HOAI LPH 8-9
  • BIM-Anwendungsfälle:
    • AwF 15 – Baufortschrittskontrolle
    • AwF 16 – Änderungsmanagement
    • AwF 17 – Abrechnung von Bauleistungen
    • AwF 18 – Mängelmanagement
    • AwF 19 – Bauwerksdokumentation
    • AwF 20 – Nutzung für Betrieb und Erhaltung
  • Typ: Pilotprojekt
  • Auftraggeber: DB Netz AG (öffentlich)

Im Rahmen der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm entsteht zwischen den Bauabschnitten Boßlertunnel und Steinbühltunnel eine der höchsten Eisenbahnbrücken in Deutschland. Das technisch anspruchsvolle Bauwerk mit einer Höhe von 85 m besteht aus zwei eingleisigen Brücken mit einer Länge von 485 m und 472 m. Das sechsfeldrige Durchlaufträgerbauwerk wurde mittels Vorschubrüstung hergestellt und besteht aus zwei eingleisigen Brückenüberbauten. Die Brücken wurden als Y-Brücken mit wenigen Stützen konzipiert um eine gefälligere Einbettung in das Landschaftsbild zu ermöglichen.

Aufgrund der Komplexität des Brückenbauwerks wurde bereits in der Planungsphase ein 3D-Modell der Brückengeometrie erstellt. Die BIM-Methodik wurde im Projekt anschließend in den Leistungsphasen 8 und 9 nach HOAI eingesetzt. Auch bei der Filstalbrücke wird auf partnerschaftliche Zusammenarbeit gesetzt, welche eine offene Kommunikation und einen offenen Informationsaustausch unterstützt.

Beim Einsatz von BIM-Technologien galt es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Innovation und Implementierungsrisiken zu finden. Dabei kam eine Mischung aus bereits erprobten und neuen Technologien zum Einsatz.

Visualisierungen und die Simulation von Bauzuständen unterstützen die Kommunikation mit Dritten. Positive Effekte gibt es auch bei der Analyse der Terminplanfortschreibung mit Hilfe von virtuellen Bauablaufsimulationen. Es hilft Projektbeteiligten, Zusammenhänge bezüglich des Bauablaufs schneller zu verstehen, da Informationen zusätzlich visuell aufbereitet werden. Durch die Verknüpfung der Informationen der Baustelle mit dem 4D-Modell und deren regelmäßige Rückmeldung erfolgt eine monatliche Leistungsmeldung. In Bezug auf die Abrechnung erhält man auf diese Weise auch eine visuelle Plausibilisierung von Abrechnungsdaten. Auf der Baustelle werden cloudbasierte Anwendungen über Tablets und Web-Portale genutzt und getestet, welche als Informations- und Dokumentationsplattform dienen. Zukünftig wird weiterer Nutzen durch den Vergleich der klassischen Rechnungsstellung Bau mit einer modellbasierten Rechnungsstellung erwartet

Die folgenden BIM-Ziele wurden im Pilotprojekt Filstalbrücke definiert:

  1. Projektrisiken, insbesondere Termin- und Kostenrisiken, sollen gemindert werden.
  2. In den Bereichen Bauüberwachung, Bauabrechnung, Termin- und Kostensteuerung, Berichtswesen und Besprechungswesen sowie in der Dokumentation sollen die Prozesse analysiert und die Effizienz gesteigert werden.
  3. Die Entwicklung und Veränderung von Rollenbildern, die Organisation und die Zusammenstellung von Projektteams, die Zusammenarbeit von Auftraggebern und Auftragnehmern und der Einsatz von Hard- und Software sollen analysiert und Erfahrungen gesammelt werden.
  4. Die Kommunikation und die Vernetzung der Projektbeteiligten sollen verbessert werden.

Folgende Maßnahmen und BIM-Anwendungen wurden auf Basis dieser Ziele festgelegt und durchgeführt:

  1. Bauablaufplanung und Statusmeldung
  2. Zustandsfeststellung mittels mobiler Lösungen
  3. BIM-basierte/s Abrechnung, Qualitätsmanagement, Mängelmanagement und Kostencontrolling

Durch die Zuordnung der Sollkosten für Komponenten und Bauphasen und der modellbasierten Erzeugung von wöchentlichen Status-Updates können regelmäßige Soll-Ist-Vergleiche durchgeführt werden.

DB-Projekte - BIM-Pilotprojekte des BMVI mit wissenschaftlicher Begleitung:

  1. Projekt ABS 46/2 Grenze D/NL – Emmerich – Oberhausen Bauabschnitt 1-5
  2. Projekt ABS/NBS Karlsruhe – Basel, Streckenabschnitt 1 Tunnel Rastatt (Rohbau)
  3. Projekt ABS/NBS Karlsruhe – Basel, Streckenabschnitt 1 Erweiterung um die Gewerke Tunnelausbau, freie Strecke und Ausrüstungstechnik
  4. Projekt ABS/NBS Karlsruhe – Basel, Streckenabschnitt 7
  5. Projekt ABS/NBS Karlsruhe – Basel, Streckenabschnitt 8
  6. Projekt ABS Stendal – Uelzen 2.Baustufe, Einbindung der Strecke 6899 in den Bf Stendal
  7. Projekt Rhein-Ruhr-Express Planfeststellungsbereiche 1,2,3 und 5
  8. Projekt Schienenanbindung Feste Fehmarnbeltquerung
  9. Projekt 2-gleisiger Ausbau Homburger-Damm Kreuzungsbauwerk, Verkehrsanlagen Außenbahnhof, Strecke 3603
  10. Projekt ABS Berlin – Dresden, 2.Baustufe Ausbau oberer Bf Doberlug - Kirchhain
  11. Projekt NBS Wendlingen – Ulm, Planfeststellungsabschnitt 2.2 Eisenbahnüberführung Filstal
  12. Projekt ABS Hamburg/Bremen – Hannover
  13. Projekt VDE 8 – Knoten Bamberg