Digitalisierung durchdringt die Bauwirtschaft


Noch sind etliche Unternehmen der Bauwirtschaft zögerlich, doch die Möglichkeiten digitaler Methoden und Techniken werden mehr und mehr erkannt und entwickeln sich rasant und in einer eindrucksvollen Vielfalt. Dies ist das Fazit unserer zwei Messepräsenzen in Köln und in Berlin: Auf der digitalBAU in Köln wurden teilweise hochinnovative digitale Werkzeuge und Methoden für die Bauwirtschaft präsentiert; auf der bautec in Berlin zeigten etliche Bau- und auch Handwerksunternehmen die Anwendung von digitalen Werkzeugen und auch neue, futuristisch anmutende Technologien für die Baubranche, wie beispielsweise den 3D-Betondruck.

In Köln war es die Premiere der digitalBAU, die in einer Messehalle gut 270 Aussteller und über drei Tage rund 15.000 Fachbesucher aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette Bau anzog. Hier präsentierten sich überwiegend Unternehmen mit hochinnovativen Lösungen für die Bauwirtschaft, ein Gutteil aus dem Bereich Software. Aber auch Bauunternehmen zeigten, mit welchen digitalen Anwendungen sie bereits arbeiten und wie erfolgreich sie mit diesen ihre Projekte stemmen. So zeigte beispielsweise ein mittelständisches Ingenieurbüro aus dem Bereich Tiefbau eine VR-Anwendung, die es erlaubt, bis zu 99 Teilnehmer an VR-Projektbegehungen einzubinden. 

Auf der bautec in Berlin, die eine große Tradition als Berliner Baumesse hat, zeigten mehr als 420 Unternehmen der Bau- und auch der Wohnungswirtschaft ihre innovativen Lösungen für das Bauen. Ein wichtiger und drängender thematische Schwerpunkt der bautec war der Wohnungsbau, für den beispielsweise etliche Unternehmen modulare und Lösungen der Vorfertigung präsentierten. In der Praxis noch nicht so weitverbreitet erprobt, aber dafür umso spektakulärer: Bauen mittels 3D-Betondruck. In Deutschland soll noch in diesem Jahr ein Musterhaus in dieser neuartigen Bautechnik entstehen – auf dem Stand der Firma, die einen ihrer Prototypen mitbrachte, herrschte während der Messetage ein reges Interessse.

Auf dem Stand des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Planen und Bauen wandten sich viele Vertreter kleinerer und mittelständischer Unternehmen aus allen Bereichen der Bauwirtschaft und fragten vor allem nach möglichen Einstiegsszenarien in das digitale Arbeiten. Nach wie vor, so das Resümee beider Messen, fremdeln noch etliche Unternehmen mit den neuen digitalen Methoden und Techniken und erleben besondere Schwierigkeiten beim Einstieg. So meldete sich ein Bauunternehmer, der bereits seit zwei Jahren in Sachen BIM investiert, aber noch nicht den Durchbruch für sein eigenes Geschäft erlebt hat. Im Gespräch mit den Experten vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Planen und Bauen zeigte sich, dass auch der Mangel an geeigneten Fachkräften eine der großen Hürden für die Durchdringung digitaler Methoden und Techniken bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen ist. 


21.02.2020

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