Parallel Planen

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Wenn alle an einem Bauvorhaben Beteiligten ihren Projektbeitrag zur gleichen Zeit in einem BIM-Modell planen, sinkt die für die Planung benötigte Zeit erheblich. Das hat der Bau von Flüchtlingsunterkünften nach dem sogenannten „Kasseler Modell“ bewiesen. Die Forschungsinitiative ZukunftBau überträgt den Ansatz in einem Pilotprojekt nun auf den Bau eines Studentenwohnheims.

Building Information Modeling (BIM) ermöglicht es Architekten und Statikern, den Planern der Gebäudetechnik sowie ausführenden Unternehmen ihre Planungen zur gleichen Zeit in einem integralen BIM-Modell zu erstellen. Das zeigt ein Pilotprojekt der vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat geförderten Forschungsinitiative ZukunftBau. Im Kasseler Martini-Viertel entsteht dabei ein Studentenwohnheim mit zwei Baukörpern.
Im Rahmen des sogenannten „Kasseler Modells“ bearbeiten alle Beteiligten ihre Projektbeiträge im digitalen Gebäudemodell parallel und nicht hintereinander. Der Ansatz wurde im Rahmen der Planung und Errichtung von Flüchtlingsunterkünften entwickelt und verkürzt Genehmigungsverfahren und Abstimmungen mit den Planern und dem Bauherren. Auch die benötigte Bauzeit ist kürzer, da ausführende Firmen schon in der Planungsphase involviert werden.
Die Ausführungszeit soll bei dem Kasseler Studentenwohnheim zusätzlich durch einen hohen Vorfertigungsgrad der Tragkonstruktion sowie der Fassade sinken. Auch dies wird durch die BIM-basierte Planung möglich.
Da die Grundrisse der Wohneinheiten in dem Gebäude so geplant werden, dass sie frei von Stützen sind und im Innenausbau demontierbare Leichtwandsysteme verwendet werden, wird eine sehr große Vielfalt an Grundrissvarianten möglich. Das Studentenwohnheim ließe sich so eines Tages ohne großen Aufwand beispielsweise in ein Altenheim umbauen.


07.04.2020