Digitalisierung im KMU fördern lassen

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Sich zu digitalisieren erfordert neben dem Willen des Unternehmens vor allem zwei Dinge: Erfahrung und Fachwissen sowie finanzielle Ressourcen. Gerade in KMU ist dies selten vorhanden. Deswegen unterstützen unter bestimmten Voraussetzungen einige regionale, bundesweite und europäische Förderprogramme kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie für Handwerksbetriebe bei der Digitalisierung.

Dieser Beitrag beschränkt sich auf deutschlandweite Förderprogramme, die Zuschüsse gewähren. Kredit-Förderprogramme und EU-Förderprogramme bleiben außen vor. Sie finden sämtliche Programme mit Schwerpunkt Digitalisierung online in der Übersicht der Initiative „Gemeinsam digital“.

Natürlich können Sie zusätzlich auf die entgeltfreien Beratungsangebote des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum zurückgreifen.

Förderprogramme des Bundes

Mit go-digital und Digital Jetzt bietet der Staat zwei wichtige Förderinstrumente, um digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln.

go-digital

Achtung: Die go-digital-Richtlinie läuft zum 31. Dezember 2021 aus. Deshalb wird die Neu- und Nachautorisierung zum 1. Juni 2021 eingestellt.

Das Programm go-digital richtet sich an KMU und Handwerksbetriebe in Deutschland mit bis zu 100 Mitarbeitern und einem Vorjahresumsatz von maximal 20 Millionen Euro. Förderfähige Beratungsmodule sind: IT-Sicherheit, Digitale Geschäftsprozesse, Online-Marterschließung und die Einrichtung von Arbeitsplätzen im Homeoffice.

Die Höhe der Förderung liegt bei 50% der Beratungskosten, maximal 16.500 Euro.

Den Antrag auf Förderung stellt ein zertifiziertes Beratungsunternehmen, mit dem Sie zuvor einen Beratungsvertrag über den Inhalt der Beratungsleistung schließen müssen. Dieser Vertrag wird erst mit positivem Zuwendungsbescheid wirksam. Eine Liste zertifizierter und damit autorisierter Beratungsunternehmen finden Sie auf diesem Portal.

Digital Jetzt

Das Programm Digital Jetzt richtet sich an Unternehmen mit 3 bis 499 Mitarbeiter. Die Förderung erhält das Unternehmen für die Umsetzung eines Digitalisierungsplans, der den aktuellen Stand der Digitalisierung und das Digitalisierungsvorhaben beschreibt, die Art und Anzahl der Qualifizierungsmaßnahmen nennt und beispielhaft darlegt, wie das Unternehmen neue Geschäftsfelder erschließt und neue Geschäftsmodelle entwickelt.

Das Programm fördert einerseits die Investition in digitale Technologien und Prozesse, neue Geschäftsmodelle, Cloud-Anwendungen, IT-Sicherheit, Datenschutz und KI (Modul 1). Andererseits erhalten Unternehmen Fördergelder für Qualifizierungsmaßnahmen für ihre Mitarbeiter, um die digitale Transformation voranzutreiben, Strategien und Technologien zu entwickeln oder sich fortzubilden in den Themen IT-Sicherheit oder Datenschutz (Modul 2). Beide Module können kombiniert werden.

Die Höhe der Förderung liegt bei bis zu 70% der Kosten für digitale Hardware und Qualifizierungsmaßnahmen. Die maximale Fördersumme beträgt bis zu 50.000 Euro, unter bestimmten Voraussetzungen auch bis zu 100.000 Euro. Abhängig ist die Höhe der Förderung von der Unternehmensgröße. Investitionen von Unternehmen in strukturschwachen Regionen erhöhen die Fördersumme um 10%, eine Investition in mehr IT-Sicherheit & Datenschutz bringen zusätzlich 5%, die gleichzeitige Investition mehrerer Unternehmen einer Wertschöpfungskette führen zu weiteren 5%.

Beachte: Die Untergrenze der Fördersumme ist 17.000 EUR im Modul 1 oder bei gleichzeitiger Inanspruchnahme der Module 1 und 2. Für das Modul 2 liegt die Untergrenze bei 3.000 Euro.

Hinweis: Der Antrag auf Förderung läuft über das Online-Portal von Digital Jetzt. Die Bearbeitungszeit kann bis zu acht Wochen betragen. Die monatlich verfügbaren Kontingente werden in einem Zufallsverfahren verlost.

Außerdem: unternehmensWert: Mensch plus

Dieses bundesweite Programm unterstützt KMU darin, eine auf die Herausforderungen der Digitalisierung ausgerichtet Personalpolitik zu gestalten. Schwerpunkte der Beratung bilden: Personalführung, Chancengleichheit & Diversity, Gesundheit sowie Wissen & Kompetenz.

Es handelt sich um ein Förderprogramm, das Zuschüsse für eine Beratung gibt. Je nach Unternehmensgröße werden 50 bis 80 Prozent der Beratungskosten erstattet.

Zunächst wird in einer Erstberatung geklärt, wo Veränderungsbedarf im Unternehmen besteht. In einem sogenannten Prozessgespräch geht es im zweiten Schritt darum, gemeinsam mit der Geschäftsführung und den Mitarbeitern konkrete Lösungsansätze zu entwickeln. Einige Wochen nach dem Prozessgespräch wird in einem Ergebnisgespräch das Erreichte besprochen.

Regionale Förderprogramme

Neben den Förderprogrammen des Bundes verfügen die Bundesländer über eigene Förderprogramme, die sich in ihrer Förderungsart unterscheiden. Einige erscheinen nur bedingt geeignet, weil sie lediglich ein Darlehen anbieten, das zurückgezahlt werden muss.

Zuschüsse hingegen erhalten Sie in folgenden Förderprogrammen:

Für spezielle Zwecke geschaffen wurden die regionalen Förderprogramme:


24.05.2021

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Region West